Let’s Plays gibt es viele. Computerspiele werden gespielt, kommentiert, erklärt und einem staunenden Publikum vorgeführt.
Dabei wird allerdings eine ganze Klasse erstaunlich leistungsfähiger Spieleplattformen weitgehend übersehen:
die Offline-Spiele.
Schon lange bevor elektrischer Strom, Spielekonsolen oder das Internet erfunden wurden, existierten Spiele, die vollkommen offline funktionierten. Sie benötigten weder Updates noch Grafikkarten, Server oder Benutzerkonten – und einige davon sind erstaunlicherweise bis heute kompatibel.
Zeit also für ein echtes Offline-Let’s-Play.
Marty Wallace und Reimund Klang wagen sich an einen Klassiker: Mensch ärgere Dich nicht.
Das 1907/08 von Josef Friedrich Schmidt entwickelte Spiel kommt mit bemerkenswert geringen technischen Anforderungen aus. Benötigt werden lediglich ein Spielbrett, Würfel, Spielfiguren und Menschen, die bereit sind, sich für eine gewisse Zeit gemeinsam darum zu streiten, wer zuerst wieder nach Hause geschickt wird.
Joystick und Spielekonsole sind nicht erforderlich.
Auch die Bedienung ist vergleichsweise intuitiv: würfeln, Figur bewegen, andere Figuren hinauswerfen und dabei versuchen, dem Titel des Spiels gerecht zu werden.
Das gelingt nicht immer.
Ein weiterer Vorteil dieser analogen Spieleplattform: Menschen mit ausreichendem rollenspezifischem Einfühlungsvermögen können sogar mehrere Spieler gleichzeitig verkörpern. Zusätzliche Controller müssen dafür nicht angeschafft werden.
Gaming ohne Strom
Dieses Let’s Play erklärt deshalb nicht nur die grundlegenden Regeln eines Klassikers. Es erinnert zugleich an eine nahezu vergessene technische Möglichkeit:
Man kann Spiele tatsächlich spielen, ohne vorher irgendetwas einzuschalten.
Kein Download.
Keine Installation.
Kein Update mit 38 Gigabyte.
Keine Serververbindung.
Keine Registration notwendig.
Einfach Schachtel auf – und schon kann gespielt werden.
Und wenn das Spiel abstürzt, liegt es meistens daran, dass jemand gegen den Tisch gekommen ist.
„Let’s play: M|Ä|D|N“ – ein Ausflug in die Frühgeschichte des Offline-Gamings.
Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte die Person, die gerade Ihre Figur rausgeworfen hat.
Thorsten Lux Mai 17, 2021
Gut dass ich endlich mal eine vernünftige Erklärung gefunden habe, wie das geht! 😉