Der altehrwürdige Beruf des Exorzisten ist nahezu ausgestorben. Marty Wallace hält die Tradition am Leben. Mit Hut, Ledermantel und einem Werkzeugkoffer für Fälle, bei denen gewöhnliche Handwerker lieber nicht gefragt werden möchten, macht er sich auf einen langen Weg.
Durch Felder und Wälder, über Kreuzwege und vorbei an Gefahren, denen selbst ein erfahrener Exorzist gelegentlich nur durch beherzte Flucht entkommt, führt ihn seine Reise schließlich nach Hungen-Villingen. Dort wartet ein Auftrag, der besondere Maßnahmen verlangt.
Denn manches Böse lässt sich nicht austreiben.
Manches muss ausgesungen haben.
Wie man einen Exorzisten nach Hungen schickt (Making of)
Ein großes Budget hatten wir nicht. Dafür hatten wir Marty, einen Ledermantel, einen Hut, einen Werkzeugkoffer und die feste Überzeugung, dass man damit schon ziemlich weit kommt.
Der Koffer musste natürlich standesgemäß ausgestattet werden. Eine Bibel gehörte hinein, Weihwasser, Knoblauch – sicherheitshalber als Zehen und als Pulver –, eine altertümlich wirkende Pistole, mehrere handlich zurechtgesägte Pfähle und Silberkugeln.
Im Film bekommt der Koffer seinen eigenen Moment: Marty stellt ihn auf einem Steintisch ab, öffnet ihn und kontrolliert sorgfältig seine Ausrüstung. Schließlich soll das Publikum wissen, womit hier gearbeitet wird.
Auf seinem Weg ließen wir unseren Exorzisten durch Maisfelder und Wälder stapfen, über einen Kreuzweg ziehen und aus der Entfernung vom Rentnerturm beobachten. Zwischendurch begegnet ihm ein Passant, sieht ihn kommen, stutzt – und rennt lieber davon.
Nachdem wir ihn lange genug als finsteren, schweigsamen und offenbar ziemlich gefährlichen Mann aufgebaut hatten, verschwand er durch eine Öffnung in einer Mauer. Wenig später kam er in heller Panik wieder herausgerannt. Hinter ihm das Grauen: Ronny.
Für diese Szene brauchte Ronny keine Regieanweisung. Marty rannte los und Ronny tat exakt das, was ich erwartet hatte: Er rannte begeistert hinterher. Professionelles Fachpersonal.
Auch der Sarg entstand in Eigenarbeit. Die Bretter wurden zuvor zusammengekloppt – für die Ewigkeit war er schließlich nicht gedacht – und am frühen Samstagmorgen per Schubkarre zur Mauer des Busecker Schlossparks gebracht. Wir wollten weder Anwohner wecken noch mit lautem Sargbau unnötig Publikum anlocken.
Nach der Aufnahme packten wir unsere Sachen zusammen und verschwanden wieder. Wer später die roten Ketchup-Spritzer am Drehort entdeckte, dürfte seine ganz eigene Geschichte dazu entwickelt haben.
Aber Vorsicht ist weiterhin geboten: Die Arbeit eines Exorzisten ist nie zu Ende.